Bremsbeläge am Mountainbike wechseln – so geht's richtig
Wenn die Bremse nicht mehr ordentlich zupackt oder anfängt zu schleifen, ist es höchste Zeit für einen
Belagwechsel. Gerade bei Scheibenbremsen ist das kein Hexenwerk – wenn du weißt, wie es geht. In diesem
Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du die Beläge selbst tauschst, welche Werkzeuge du brauchst,
wie du sie richtig einbremst und wie du mit ein paar einfachen Maßnahmen die Lebensdauer deiner Bremse
verlängerst.
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Bevor du die Bremsbeläge wechselst, solltest du dir die wichtigsten Werkzeuge griffbereit hinlegen. Gerade
beim Arbeiten an Scheibenbremsen ist sauberes und präzises Werkzeug Pflicht – sonst riskierst du Schäden an
Kolben oder Halterungen. Hier siehst du, was du wirklich brauchst – inklusive meiner Werkstatt-Tipps.
1. Sechskantschlüssel oder Sternprofil-Schlüssel: Damit löst du die Schrauben an der
Bremszange oder am Sicherungshalter der Beläge. Je nach Hersteller brauchst du entweder einen Sechskant
oder einen Torx – prüf das vorher am besten direkt am Bike.
2. Spitzzange: Brauchst du, wenn deine Bremse mit Splinten gesichert ist. Damit ziehst
du den Splint gerade raus, ohne ihn zu verbiegen. Alternativ geht auch eine kleine Kombizange, aber die
braucht mehr Fingerspitzengefühl.
3. Kunststoffhebel oder flacher Schraubendreher: Damit drückst du die Kolben vorsichtig
zurück, bevor du neue Beläge einsetzt. Metallwerkzeug kann dabei die Kolben beschädigen – deshalb immer
Kunststoff verwenden oder ein spezielles Rückstellwerkzeug.
4. Bremsenreiniger und fusselfreie Lappen: Bevor du neue Beläge einsetzt, solltest du
alles gründlich reinigen. Öl oder Dreck auf Scheibe oder Belag ruinieren dir sonst die Bremsleistung.
Ich nutze Bremsenreiniger auf einem sauberen Tuch – reicht völlig.
5. Einmalhandschuhe: Viele unterschätzen das – aber Hautfett auf der Reibfläche kann
Beläge unbrauchbar machen. Also lieber vorher Handschuhe anziehen – schützt auch vor Schmutz und Chemie.
6. Neue Bremsbeläge: Achte auf das richtige Modell für dein Bremssystem. Es gibt
unterschiedliche Längen, Haltefedern und Formen. Und: Entscheide dich bewusst zwischen organisch und
metallisch – dazu findest du weiter unten noch Tipps.
Mein Praxis-Tipp: Ich lege mir die Werkzeuge immer auf ein altes Handtuch neben den
Montageständer. So fällt nichts runter, und die Kleinteile (z. B. Sicherungssplinte) bleiben
griffbereit. Und ganz wichtig: Die neuen Beläge nie mit bloßen Fingern anfassen!
7. Optional: Kupferpaste (nur für Metallbeläge): Minimal auf die Kontaktflächen
auftragen – hilft gegen Quietschen. Aber Vorsicht: Nur auf die Rückseite, niemals auf die Reibfläche!
8. Optional: Kolbenrücksteller oder Reifenheber aus Kunststoff: Für hartnäckige Kolben –
wenn die sich nicht per Hand zurückdrücken lassen, kannst du hiermit gleichmäßig Druck ausüben. Kein
Schraubenzieher!
Mit dieser Grundausstattung klappt der Belagwechsel sicher – und du sparst dir nicht nur Zeit, sondern auch
Ärger mit schleifenden Belägen oder beschädigten Kolben. Sauberes Werkzeug = sauberes Ergebnis.
Bremsbeläge wechseln – Schritt für Schritt erklärt
Bremsbeläge zu wechseln gehört zu den wichtigsten Wartungsarbeiten am Mountainbike – vor allem, wenn du mit
Scheibenbremsen unterwegs bist. Der Wechsel ist technisch nicht besonders kompliziert, aber kleine Fehler
können später zu schlechter Bremsleistung, Schleifgeräuschen oder sogar Sicherheitsrisiken führen.
Damit dir das nicht passiert, findest du hier eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung mit
Praxiswissen aus der Werkstatt. Lies sie am besten einmal ganz durch, bevor du anfängst – dann weißt du,
worauf du achten musst. Und keine Sorge: Mit ein wenig Vorbereitung schaffst du das auch ohne
Profi-Hintergrund.
1
Rad ausbauen: Damit du an die Bremse kommst, musst du das Laufrad ausbauen. Das geht bei
Schnellspannachsen meist ohne Werkzeug. Bei Steckachsen brauchst du je nach System einen Sechskantschlüssel.
Achte unbedingt darauf, die Bremsscheibe nicht zu berühren – Fettfinger ruinieren sonst die neue
Bremswirkung.
2
Splint oder Schraube entfernen: Am Bremssattel sitzt entweder ein Splint oder eine
Sicherungsschraube, die die Beläge halten. Zieh den Splint mit einer Spitzzange oder löse die Schraube mit
dem passenden Schlüssel. Vorsicht: Kleinteile gern auf einem Magnetpad oder Tuch ablegen – die verschwinden
sonst gern.
3
Alte Beläge entnehmen: Zieh die Beläge samt Haltefeder vorsichtig heraus. Merke dir genau,
wie sie eingesetzt waren – einige Modelle haben asymmetrische Formen oder links/rechts-spezifische Beläge.
Wenn sie sich schwer lösen lassen, vorsichtig mit einem Kunststoffhebel hebeln – aber nichts verkanten!
4
Kolben zurückdrücken: Bevor du neue Beläge einsetzen kannst, müssen die Kolben im Sattel
zurückgedrückt werden. Ich nutze dafür einen Reifenheber aus Kunststoff. Drück gleichmäßig auf beide Kolben
– aber nie mit Gewalt. Metallwerkzeuge sind tabu – sie können Kolben beschädigen oder verkanten. Wenn die
Kolben schwergängig sind, ist oft Bremsflüssigkeit verunreinigt oder ein Service nötig.
Werkstatt-Tipp: Wenn beim Zurückdrücken Bremsflüssigkeit austritt oder der Hebel später
keinen Druckpunkt mehr hat, musst du die Bremse entlüften.
5
Neue Beläge einsetzen: Setz die neuen Beläge zusammen mit der Feder exakt so ein wie die
alten. Achte auf die Positionierung – manche Modelle haben Führungsnasen oder asymmetrische Bleche. Beim
Einsetzen sollte nichts klemmen – sonst nochmal Kolben prüfen. Die Beläge dürfen nicht verkanten und müssen
satt sitzen.
Expertentipp: Ich habe schon erlebt, dass jemand neue Beläge eingebaut hat – aber die
Haltefeder vergessen wurde. Das Ergebnis: Die Beläge haben sich beim Bremsen verkantet. Achte darauf,
dass immer die Feder zwischen den Belägen sitzt – sie sorgt dafür, dass beide Seiten gleichmäßig
anliegen und zurückfedern.
6
Sicherung wieder einsetzen: Jetzt Splint oder Schraube wieder anbringen. Zieh die Schraube
mit Gefühl fest – überdrehen kann den Sattel beschädigen. Kein Fett verwenden! Beim Splint musst du die
Enden leicht aufbiegen, damit er sich nicht lösen kann.
7
Rad einbauen: Setz das Laufrad so ein, dass die Bremsscheibe sauber zwischen die neuen
Beläge rutscht. Bei Steckachsen achte auf die korrekte Position. Befestige das Rad fest, aber ohne Gewalt –
besonders bei Carbon-Ausfallenden vorsichtig sein.
8
Bremshebel betätigen und Lauf prüfen: Zieh den Bremshebel mehrmals kräftig, bis die Kolben
anliegen. Kontrolliere dann, ob das Rad frei dreht und nichts schleift. Leichte Schleifgeräusche sind bei
neuen Belägen manchmal normal – die verschwinden oft nach dem Einbremsen.
Wenn du alle Schritte sauber durchgeführt hast, sollte die Bremse jetzt wieder sauber anziehen – aber vergiss
nicht, die Beläge einzufahren. Ohne Einbremsen erreichst du nicht die volle
Wirkung – das kann auf der ersten steilen Abfahrt richtig gefährlich werden.
Spätestens nach einer kurzen Probefahrt solltest du noch einmal kontrollieren: Ist die Scheibe sauber? Dreht
das Laufrad frei? Ist der Hebelweg normal? Erst wenn alles passt, ist dein Bike wieder einsatzbereit. Und
wenn du schon beim Schrauben bist: Check gleich auch die Scheibenstärke – unter 1,5 mm sollte sie besser
ersetzt werden.
Beläge richtig einbremsen
Neue Bremsbeläge erreichen ihre volle Leistung erst, wenn sie richtig eingebremst wurden. Dabei schleifen
sich Belag und Scheibe aufeinander ein – das verbessert die Bremswirkung deutlich und verhindert Geräusche
oder ungleichmäßiges Ansprechverhalten.
Wenn du das Einbremsen auslässt, kann deine Bremse schwach, schwammig oder sogar gefährlich wirken –
besonders bei Nässe oder längeren Abfahrten. Für eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung empfehlen
wir dir diesen Beitrag:
Bremsbeläge einbremsen – so funktioniert’s richtig.
Wichtig: Ohne Einbremsen haftet der Belag schlechter – vor allem bei neuen Scheiben.
Erst durch kontrolliertes Einfahren erreichst du maximale Bremsleistung und vermeidest Glazing oder
Vibrationen.
So verlängerst du die Lebensdauer deiner Bremsen
Viele Radfahrer:innen merken zu spät, dass ihre Bremsbeläge am Ende sind – oft erst, wenn die Bremse kaum
noch greift oder schleifende Geräusche auftreten. Dabei lässt sich das Problem mit ein paar einfachen
Handgriffen rechtzeitig erkennen und vermeiden. Ich empfehle, die Beläge alle paar Wochen kurz zu prüfen –
besonders, wenn du viel im Stadtverkehr, bei Nässe oder bergab unterwegs bist.
Wenn du beim Blick auf die Beläge kaum noch Material zwischen Trägerplatte und Scheibe erkennst (weniger als
1 mm), ist es höchste Zeit zu wechseln. Bei manchen Systemen kannst du von oben in den Bremssattel schauen –
bei anderen musst du das Rad ausbauen. Auch ein „metallisches Schleifen“ beim Bremsen ist ein Alarmsignal:
Dann reibt die Trägerplatte schon auf der Scheibe – was nicht nur gefährlich ist, sondern auch die
Bremsscheibe beschädigt.
Belagstärke regelmäßig prüfen: Bei den meisten Scheibenbremsen kannst du mit einer
Taschenlampe von oben in den Bremssattel leuchten. Wenn der Belag dünner als 1 mm ist, sollten sie sofort
getauscht werden – sonst riskierst du teure Schäden an der Scheibe.
Warnzeichen sofort kontrollieren: Wenn beim Ziehen des Bremshebels kein klarer Druckpunkt
mehr spürbar ist oder du schleifende Geräusche hörst, lieber einmal zu viel prüfen. Manchmal liegt es nur an
einem kleinen Dreckpartikel – aber oft sind abgenutzte Beläge die Ursache.
Beide Beläge immer gleichzeitig wechseln: Der Druck muss gleichmäßig von beiden Seiten
kommen – sonst nutzt sich der neue Belag schneller ab, und die Bremskraft ist schlechter dosierbar.
Nach dem Waschen die Bremse betätigen: Wenn du dein Rad reinigst, solltest du die Bremse ein
paar Mal ziehen. So trocknen die Beläge schneller ab, und du vermeidest Flugrost auf der Scheibe. Ich mach
das standardmäßig, wenn ich das Bike mit Wasser abgespritzt hab.
Fett und Dämpfe fernhalten: Bremsbeläge sind extrem empfindlich gegenüber Öl, Fett oder
Reinigungsdämpfen. Ich lagere Ersatzbeläge immer separat in einer Tüte – nie offen im Werkzeugkasten oder
neben Kettenöl.
Bremsenreiniger regelmäßig anwenden: Nach Fahrten im Regen, im Winter oder auf sandigem
Untergrund sprühe ich die Scheibe mit Bremsenreiniger ab und wische sie mit einem fusselfreien Tuch trocken.
Das kostet zwei Minuten, macht aber einen großen Unterschied bei der Bremsleistung.
Verfärbungen der Scheibe ernst nehmen: Wenn du bläuliche Hitzeverfärbungen oder starke
Riefen siehst, ist die Scheibe meist überlastet worden. Dann hilft kein Reinigen mehr – in dem Fall sollte
sie getauscht werden.
Richtige Lagerung beachten: Beläge sollten immer trocken, lichtgeschützt und staubfrei
gelagert werden – und möglichst luftdicht. Ich hab dafür eine kleine Aufbewahrungsbox mit Deckel – einfach
und effektiv.
Vor dem Frühling immer kontrollieren: Wenn dein Bike über Winter in der Garage stand, prüfe
vor der ersten Fahrt unbedingt die Bremsanlage. Beläge können über die kalten Monate Feuchtigkeit gezogen
haben oder sogar hart geworden sein. Dann lieber gleich neu – kostet nicht viel, bringt aber Sicherheit.
Mein Praxis-Tipp: Ich hab mir eine kleine Plastikbox gemacht, wo ich einen Ersatzsatz
Beläge, Einmalhandschuhe, einen Lappen und Bremsenreiniger drin habe. Passt in fast jeden Rucksack. Hat
mir schon mehrfach unterwegs geholfen – besonders bei verglasten Belägen oder plötzlichem
Leistungsverlust nach langen Abfahrten.
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Viele denken beim Thema Bremsverschleiß nur an die Beläge – aber die Scheibe spielt genauso eine Rolle. Sie
wird mit jeder Fahrt dünner, kann sich verziehen oder Rillen bekommen. Wenn du das zu spät merkst, ist die
Bremsleistung deutlich schlechter – im Extremfall kann die Scheibe sogar reißen.
Ein erstes Warnzeichen: spürbare Vibrationen beim Bremsen, besonders bei niedriger
Geschwindigkeit. Auch ein unregelmäßiger Druckpunkt oder schleifende Geräusche können auf eine verzogene
Scheibe hindeuten.
So prüfst du die Stärke: Die meisten Hersteller geben eine Mindestdicke von ca. 1,5 mm an
(je nach Modell). Wenn du keine Lehre hast, reicht ein digitaler Messschieber. Miss an einer Stelle ohne
Riefen. Ist die Scheibe dünner oder ungleichmäßig abgenutzt, solltest du sie tauschen.
Verfärbungen oder Rillen: Eine Scheibe, die blau oder violett schimmert, wurde überhitzt –
etwa durch zu langes Dauerbremsen. Auch tiefe Rillen stören die Auflagefläche der Beläge. Beides mindert die
Bremskraft und kann zu Rubbeln oder Quietschen führen.
Mein Hinweis: Ich kontrolliere meine Scheiben etwa alle 500 km – bei Vielfahrern gern
auch öfter. Wenn du viel bergab fährst oder bei Nässe, lohnt sich der Blick nach jeder Tour. Eine neue
Scheibe kostet meist unter 30 Euro – und ein abgefahrener Bremsbelag kann sie in
wenigen Kilometern ruinieren.
Bremsbeläge im Vergleich – organisch, metallisch oder gemischt?
Nicht alle Beläge sind gleich. Es gibt verschiedene Materialien – je nach Einsatzzweck, Wetter, Fahrstil und
Bremsscheibe. Ich hab im Laufe der Jahre alle durchprobiert. Hier ein Überblick, was du wissen solltest:
Organische Beläge: Sie bestehen meist aus Harzen, Kevlar, Gummi oder Fasern. Sie greifen
weich, sind leise und verursachen kaum Vibrationen. Ideal für Alltag und Stadt. Nachteil: Sie verschleißen
schneller und mögen keine Dauerhitze – z. B. bei langen Bergab-Passagen.
Metallische Beläge (gesintert): Diese Beläge bestehen aus gepresstem Metallpulver. Sie
halten deutlich länger und bleiben auch bei Hitze standfest. Du hörst sie oft – sie quietschen schneller,
besonders bei Nässe. Dafür funktionieren sie bei Dreck und Matsch zuverlässig. Ich fahr sie, wenn’s
technisch wird oder es viel bergab geht.
Semi-metallische Beläge: Ein Kompromiss aus beiden Welten. Etwas lauter als organisch, aber
mit besserer Standzeit. Sie eignen sich gut für sportliche Tourenfahrer:innen, die auch mal in die Berge
wollen, ohne gleich zur ganz harten Mischung zu greifen.
Mein Tipp zur Auswahl: Wenn du viel Alltagsradelst, reicht organisch völlig aus. Fährst du
oft mit Gepäck, im Gelände oder bei jedem Wetter – dann nimm lieber semi- oder vollmetallisch. Wichtig:
Metallische Beläge brauchen passende Bremsscheiben – nicht alle Systeme sind dafür freigegeben.
Schon gewusst? Neue Beläge brauchen immer ein paar Kilometer zum Einfahren – ganz egal,
welches Material. Das Einbremsen ist Pflicht, sonst hast du keine optimale Wirkung. Hier findest du mehr
dazu:
Bremsbeläge einbremsen – so funktioniert’s richtig.
Fazit: Wer gut bremst, fährt sicher
Der Wechsel von Bremsbelägen ist kein Hexenwerk – aber sauberes Arbeiten ist wichtig. Mit dem richtigen
Werkzeug und etwas Geduld bekommst du das auch ohne Werkstatt hin. Denk ans Einbremsen und kontrolliere die
Bremse regelmäßig – so bleibt nicht nur die Bremsleistung konstant, sondern du verlängerst auch die
Lebensdauer von Belägen und Scheiben deutlich.
Wenn du unterwegs bist, denk dran: Ersatzbeläge, ein sauberes Tuch und etwas Bremsenreiniger gehören in jede
Werkstatt- oder Tourentasche. Besonders bei längeren Abfahrten ist es beruhigend zu wissen, dass deine
Bremse funktioniert – egal ob in der Stadt oder bei einer Mehrtagestour wie durch die Alpen von Garmisch nach Südtirol. Und wenn’s mal quietscht oder
rubbelt: Lieber einmal mehr prüfen als bei der nächsten Abfahrt Probleme riskieren. Die Bremse ist eines der
wichtigsten Teile am Bike – also kümmere dich gut drum!
FAQ – Häufige Fragen zum Wechsel von Bremsbelägen
Wie oft sollte ich meine Bremsbeläge wechseln?
Das hängt von deinem Fahrstil und den Bedingungen ab. Im Alltag reichen oft 1–2 Wechsel pro Jahr. Wer
viel bergab oder bei Nässe fährt, muss öfter ran. Sichtkontrolle hilft – unter 1 mm Belag: sofort
tauschen.
Was passiert, wenn ich zu lange warte?
Dann reibt die Trägerplatte auf der Scheibe. Das zerstört die Scheibe, mindert die Bremsleistung massiv
und kann gefährlich werden. Im schlimmsten Fall reißt die Scheibe bei hoher Belastung.
Kann ich nur einen Belag tauschen?
Nein. Du solltest immer beide Beläge gleichzeitig wechseln – sonst verschleißen sie ungleichmäßig, und
die Bremse zieht schräg. Das kann zum Rubbeln, Quietschen und schlechter Dosierbarkeit führen.
Wie erkenne ich, ob meine Scheibe noch gut ist?
Miss die Dicke mit einem Messschieber – unter 1,5 mm heißt: tauschen. Achte auch auf Riefen, Verfärbungen
oder Vibrationen beim Bremsen. Scheiben mit deutlichem Schlag oder Rillen gehören ersetzt.
Was ist besser – organisch oder metallisch?
Organisch: weicher, leiser, schnellerer Verschleiß. Metallisch: haltbarer, hitzebeständiger, lauter. Für
Stadt und Alltag reicht organisch, für Touren, Lasten oder Berge lieber metallisch.
Kann ich Beläge verschiedener Typen vorne und hinten kombinieren?
Ja, das geht – viele fahren vorne metallisch (mehr Bremskraft), hinten organisch (weniger Geräusche).
Wichtig ist: pro Bremse nur ein Typ, sonst gibt’s Probleme beim Einbremsen.
Wie lange dauert ein Belagwechsel?
Mit ein bisschen Übung und dem richtigen Werkzeug: ca. 10–15 Minuten pro Bremse. Die meiste Zeit geht oft
fürs Kolbenzurückdrücken drauf – besonders, wenn’s klemmt.
Was tun, wenn neue Beläge schleifen?
Wahrscheinlich stehen die Kolben nicht weit genug zurück oder die Beläge sitzen nicht richtig. Noch mal
ausbauen, Kolben sauber zurückdrücken, vorsichtig neu einsetzen und Bremsscheibe zentrieren.
Was ist Glazing und wie erkenne ich es?
Glazing bedeutet: Belagoberfläche ist verglast durch Überhitzung oder falsches Einbremsen. Du erkennst es
an schlechter Bremswirkung, Quietschen und glänzender Oberfläche. Beläge müssen dann raus.
Muss ich nach jedem Wechsel die Bremse entlüften?
Nein – nur wenn du Flüssigkeit verlierst, Luft im System ist oder der Druckpunkt komisch wirkt. Wenn der
Hebel nach dem Wechsel schwammig bleibt: entlüften. Sonst reicht oft Nachpumpen mit dem Hebel.
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Über Jens
Jens ist 42, schraubt seit Jahren an Rädern und erklärt Technik ohne Schnickschnack. Sein Fokus: einfache Lösungen, die du direkt umsetzen kannst. Er prüft, misst und testet – und schreibt erst dann, wenn es in der Werkstatt wirklich funktioniert hat.
Wenn Jens schreibt, bekommst du klare Anleitungen, solide Praxis-Tipps und ehrliche Hinweise, wo es knifflig wird. Ideal für alle, die ihr Rad gern selbst warten.
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